Wann und wie sollten Blattfedern ausgetauscht werden?

Blattfedern, ein Überbleibsel aus der Zeit von Pferd und Kutsche, sind ein wichtiger Bestandteil einiger Federungssysteme von Schwerlastfahrzeugen.

Die Funktion ist zwar gleich geblieben, die Zusammensetzung jedoch nicht. Heutige Blattfedern bestehen aus Stahl oder Metallverbundwerkstoffen und funktionieren in der Regel einwandfrei. Da sie weniger anfällig für Probleme sind als andere Teile, werden sie bei Fahrzeuginspektionen oft übersehen.

Blattfedern prüfen
Möglicherweise müssen Sie Ihre Blattfedern überprüfen, wenn Sie feststellen, dass Ihre Ladung durchhängt. Weitere Anzeichen dafür, dass es Zeit ist, Ihre Blattfedern zu überprüfen, sind Durchhängen ohne Ladung, Schwierigkeiten beim Transport, Durchschlagen der Federung, Neigen zu einer Seite und vermindertes Fahrverhalten.
Bei Stahlblattfedern müssen Sie die einzelnen Federblätter auf Anzeichen von Fehlstellung überprüfen. Achten Sie außerdem auf Risse oder Brüche, übermäßigen Verschleiß oder Abrieb sowie auf durchhängende oder verbogene Federblätter.
Bei geneigten Lasten messen Sie den Abstand von der Rahmenstrebe zum Boden auf ebener Fläche und konsultieren Sie die technischen Datenblätter für genaue Messwerte. Bei Stahlfedern breiten sich Risse fortschreitend aus, d. h. sie beginnen klein und vergrößern sich allmählich. Eine Überprüfung der Federn, sobald Sie ein Problem vermuten, kann Schäden in einem frühen Stadium erkennen.
Auch Verbundfedern können reißen und übermäßigen Verschleiß aufweisen, wenn sie ausgetauscht werden müssen. Zudem können sie ausfransen. Ein gewisses Maß an Ausfransung ist normal. Wenden Sie sich an den Hersteller Ihrer Federn, um sicherzustellen, dass es sich bei den beobachteten Ausfransungen um normale Abnutzung handelt.
Prüfen Sie außerdem, ob die Mittelbolzen verbogen, locker oder gebrochen sind; ob die U-Bolzen richtig platziert und mit dem korrekten Drehmoment angezogen sind; und ob die Federaugen und Federaugenbuchsen beschädigt, verformt oder abgenutzt sind.
Der Austausch defekter Federn im Rahmen einer Inspektion kann Ausfallzeiten und Kosten sparen, anstatt zu warten, bis das Bauteil im Betrieb ausfällt.

Eine neue Blattfeder kaufen
Experten raten einhellig dazu, auf vom Originalhersteller zugelassene Ersatzfedern zurückzugreifen.
Beim Austausch von Blattfedern empfiehlt jemand Fahrzeughaltern, verschlissene Federn durch ein Qualitätsprodukt zu ersetzen. Dabei sollten Sie auf Folgendes achten:
Die Blätter sollten vertikal und horizontal ausgerichtet sein und über eine Schutzbeschichtung verfügen. Das Material darf keine Zunderstellen aufweisen, und die Feder muss mit einer Teilenummer und dem Herstellernamen versehen sein.
Die Federaugen sollten so gerollt werden, dass die Federbreite gleich bleibt und sie parallel und rechtwinklig zum restlichen Federblatt verlaufen. Achten Sie auf runde und spielfreie Federaugenbuchsen. Bei Bimetall- oder Bronzebuchsen sollte die Naht mittig oben am Federauge liegen.
Ausrichtungs- und Rückprallclips dürfen nicht beschädigt oder verbeult sein.
Die Federmittelbolzen oder Passstifte müssen mittig auf dem Federblatt sitzen und dürfen nicht gebrochen oder verformt sein.
Bei der Auswahl einer neuen Blattfeder sollten Sie auch die Tragfähigkeit und die Fahrzeughöhe berücksichtigen.
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Austausch der Blattfedern
Obwohl jeder Austauschvorgang anders ist, lässt sich der Prozess im Großen und Ganzen auf wenige Schritte reduzieren.
Heben Sie das Fahrzeug an und sichern Sie es gemäß den branchenüblichen Best Practices.
Um Zugang zur Fahrzeugfederung zu erhalten, müssen die Reifen entfernt werden.
Die alten U-Bolzenmuttern und Unterlegscheiben lösen und entfernen.
Alte Federstifte oder Schrauben lösen und entfernen.
Entferne die alte Blattfeder.
Bauen Sie die neue Blattfeder ein.
Neue Federstifte oder -bolzen einsetzen und befestigen.
Montieren Sie die neuen U-Bügel und befestigen Sie sie.
Montieren Sie die Reifen wieder.
Senken Sie das Fahrzeug ab und überprüfen Sie die Ausrichtung.
Machen Sie eine Probefahrt mit dem Fahrzeug.

Der Austauschvorgang mag zwar einfach erscheinen, dennoch sollten Techniker unbedingt die technischen Mitteilungen und Spezifikationen beachten, insbesondere jene zu Drehmoment und Anzugsreihenfolge. Die Schrauben sollten nach 1.000 bis 3.000 Meilen nachgezogen werden. Andernfalls kann sich das Gelenk lockern und die Feder brechen.


Veröffentlichungsdatum: 28. November 2023